Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 5. Februar 2012:
Losungstext:
Es wird geschehen zu der Zeit, dass das Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen.
Jesaja 11,10
Lehrtext:
Paulus schreibt: Wenn aber nun du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.
Römer 11,17-18

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Freitag, 10. Februar: Tischgespräch: Mit Monika und Michael Höhn

Mit Glauben, Phantasie und Mitgefühl haben Monika und Michael Höhn das Ometepe-Nicaragua-Projekt...

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Montag - Donnertag
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Was ist evange­lischer Glaube?


Es gibt viele christliche Kirchen. Der Glaube an den dreieinigen Gott verbindet alle Christen. Was ist nun das Besondere am evangelischen Glauben?

 Christen bekennen, dass sich Gott uns Menschen zu erkennen gibt als Vater und als Schöpfer und Erhalter seiner Schöpfung, als Sohn und Erlöser in Jesus Christus und als Heiliger Geist, in dem Gott bei uns gegenwärtig ist. Evangelischer Glaube  ist gekennzeichnet durch vier unverzichtbare Glaubensgrundsätze: Allein aus Glauben, allein aus Gnade, allein Christus, allein die Heilige Schrift.

Allein aus Glauben
Glaube hat weniger mit vermuten, meinen oder fürwahrhalten zu tun als mit Vertrauen. Glauben heißt, im Leben und im Sterben seine Hoffnung und sein Vertrauen auf Gott, den Jesus Vater genannt hat, zu setzen. Glaube ist Ausdruck einer Beziehung.

Christen vertrauen darauf, dass Gott hält, was er versprochen hat, dass seine Herrschaft in Liebe und Gerechtigkeit in dieser Welt anbricht, dass er Menschen nicht allein lässt, wenn sie leiden. Christen vertrauen darauf, dass Gott sie mit ihren Lasten trägt und sie im Einsatz für andere stärkt. Christen vertrauen darauf, dass Leiden, Schuld, Versagen, das Böse und der Tod nicht das letzte Wort haben. Sie setzten ihre Hoffnung darauf, dass Gott sie auch jenseits der Todesgrenze bei ihrem Namen ruft. Gott sieht seine Menschen mit Augen der Liebe an – egal, was sie von ihm trennt. Dieses Vertrauen gründet in der Geschichte und in den Worten Jesu. Dieser Glaube ist ein Geschenk Gottes, das er durch seinen guten Geist, den Heiligen Geist, bewirkt.

Glaube berührt und gestaltet als Zuspruch und als Anspruch das ganze Leben. Kein Bereich ist ausgenommen. Worte wie Vertrauen, Zuversicht, Treue werden dem, was mit dem Wort „Glauben“ beschrieben ist, am ehesten gerecht.

Allein aus Gnade
Gnade ist womöglich der wichtigste Begriff evangelischen Glaubens. Menschen, die meinen, aus eigener Kraft leben zu können, trennen sich so von Gott. Das nennt die Bibel Sünde. Doch Gottes vergebende Liebe hebt diese Trennung durch Jesus Christus auf. Er versöhnt uns mit Gott und lädt uns ein, im Vertrauen auf seine Güte zu leben. Gott hebt die Entfremdung zwischen sich und dem Menschen auf, ohne dass der Mensch dazu etwas beitragen könnte. Gott macht seine Liebe nicht von vorbildlichem Leben, korrektem Verhalten, frommen Übungen oder hervorragendem Einsatz für andere abhängig. Das war Luthers „reformatorische Entdeckung“ und ist die Geburtsstunde evangelischen Glaubens: Wir sind Gott recht, ohne dass wir etwas dazu beitragen könnten. Im stellvertretenden Leiden und Sterben seines Sohnes und in der Teilhabe an seiner Auferstehung ist für uns alles getan.

Allein Christus
Jesus Christus ist die Mitte unseres Glaubens. Von ihm erzählt die Bibel, vor allem das Neue Testament. Er lebte etwa in den Jahren 0 bis 30 nach Christus. Im Auftrag Gottes predigte er, dass Gott diese Welt liebt und sie zum guten Ziel bringen wird. Zum Zeichen dafür heilte er Kranke, vergab Sünde (Schuld) und wandte sich den Armen und Ausgestoßenen zu. Seine Botschaft, dass er der von Gott gesandte Retter, der Sohn Gottes, ist, wurde abgelehnt und als Gotteslästerung empfunden. Er wurde gefangen genommen und am Kreuz hingerichtet. Nach drei Tagen erweckte Gott ihn von den Toten und gab ihm Anteil an seiner Macht. Er wird wiederkommen, um Gottes Heil endgültig durchzusetzen.

Jesus Christus ist der einzige Retter und Herr, an den wir glauben und den wir anbeten. „In keinem anderen ist das Heil, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“ (Apostel­geschichte 4, 12)

Allein die Bibel
Der Maßstab für unseren Glauben und für unser Leben ist die Bibel. An ihr prüfen wir alle Erfahrungen und Äußerungen des Glaubens. Die Bibel ist eine Sammlung von 66 Büchern. Sie besteht aus dem Alten und Neuen Testament und erzählt, welche Erfahrungen Menschen mit Gott gemacht haben, wie Gott handelt, was Er schenkt und was Er erwartet. So spricht Gott uns durch die Bibel an, um unseren Glauben zu wecken und uns in seine Gemeinde zu rufen.

Die Gemeinde
Die Bibel bezeichnet die Gemeinde als das Volk Gottes, den Leib Christi und die Familie Gottes. In ihr dient jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. Die evangelischen Christen eines Ortes gehören in der evangelischen Landeskirche zu einer Kirchengemeinde, die „Evangelisch-Lutherisch“, „Evangelisch-Reformiert“, „Uniert“ oder einfach „Evangelisch“ heißen kann.

Wie hier in Nümbrecht-Winterborn treffen sich in Kirchen­gemeinden überall auf der Welt Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft – verbunden durch den christlichen Glauben. Foto: Frank-Michael Rommert


Die Heilige Taufe
Die Heilige Taufe ist von Jesus Christus eingesetzt worden: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.“ (Matthäus 28, 19) In der evangelischen Landeskirche werden in der Regel Kleinkinder getauft. Die Kindertaufe macht deutlich, dass Gott uns in seiner Liebe zuvorkommt. Wir dürfen mit unserem Leben darauf antworten. Taufe und Glaube gehören zusammen wie Gottes Ja und unser Amen. Kinder werden durch die Gemeinde im Glauben unterwiesen und auf die Konfirmation vorbereitet. Aber auch Jugendliche und Erwachsene, die nicht getauft sind, sind zum Glaubensgespräch und zur Taufe freundlich eingeladen.

Das Heilige Abendmahl
Auch das Heilige Abendmahl ist von Jesus Christus eingesetzt worden: „Der Herr Jesus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach es und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“ (1. Korinther 11, 23-25) Alle Christen sind dazu eingeladen. Im Abendmahl empfangen wir in Brot und Wein Leib und Blut Jesu Christi. So erfahren wir die Gemeinschaft mit Jesus Christus und allen Gläubigen und freuen uns auf die vollendete Gemeinschaft mit Gott.

Die Predigt
Als Gemeinde Jesu feiern wir Gottes­dienste. Hier erfahren wir Gottes Nähe in Verkündigung, Gebet und Gesang. In der Predigt begegnet uns das Wort Gottes als frohe Botschaft seiner Liebe in unsere Zeit und Lage hinein. Gottes Zuspruch, Trost, Ermutigung und Ermahnung sollen Orientierung für den Alltag geben.

Das Gebet
Im Gebet hören wir auf Gott und sprechen mit ihm. Es ist ein Reden des Herzens in Bitte, Fürbitte, Dank und Anbetung. Wir können immer und überall beten, entweder mit eigenen oder überlieferten Worten. Im Gottesdienst wird das Gebet von einem oder mehreren gesprochen, die Gemeinde betet in der Stille mit. Aus dem Gebet erwächst  die Kraft für den Alltag und die Gewissheit, dass Gott bei uns ist.

Karin Vorländer, Journalistin
(Verfasst unter Verwendung von Material des Kirchenamtes der EKD)

Weitere Informationen zu Themen der Kirche und des Glaubens finden Sie unter:
www.ekd.de/einsteiger/einsteiger.html