Unsere Gemeinden
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Freitag, 10. Februar: Tischgespräch: Mit Monika und Michael Höhn
Mit Glauben, Phantasie und Mitgefühl haben Monika und Michael Höhn das Ometepe-Nicaragua-Projekt...
Mediothek
Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.
Werden Sie Mitglied, erhalten Sie einen Leserausweis und schon können Sie für kirchliche Zwecke und Unterrichtsvorbereitung Medien ausleihen.
Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr
Das Schulreferat des Kirchenkreises An der Agger
Religionsunterricht ist nicht irgendein Fach. Wer es unterrichtet, merkt, dass es um die konkrete Lebensperspektive geht. Dieses Fach muss mit Herzblut unterrichtet werden. Da ist es nur konsequent, dass sowohl Unterrichtende als auch Unterrichtete in besonderer Weise betreut werden sollten.
In unserem Kirchenkreis wurde schon auf der ersten Synode im Jahre 1817 ein beauftragter Pfarrer berufen, der sich in besonderem Maße um den Unterricht an den Schulen sorgen sollte. Hatte dies damals den Hintergrund, sich um die „Schulaufsicht“ zu bemühen, so steht heute die Arbeit an der Nahtstelle von öffentlicher Schule und Kirche im Vordergrund.

- Im Religionsunterricht werden Werte und Wissensbausteine vermittelt, die im Idealfall ein Leben lang tragen. Hier ein Blick in die Jahrgangsstufe 5 des Grotenbach-Gymnasiums Gummersbach. Foto: Siegfried Frank
Schule und Kirche
Die Leitung der evangelischen Kirche der Rheinprovinz beschloss am 17. August 1945, die Kreissynodalvorstände aufzufordern, für jede Synode sofort einen Schulreferenten zu benennen, der an der wichtigen Nahtstelle zwischen Staat und Kirche arbeitet.
Da der evangelische Religionsunterricht in den Schulen gemäß Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes der BRD in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der evangelischen Kirche erteilt wird, brauchen Lehrerinnen und Lehrer für die Erteilung des Religionsunterrichts (RU) eine kirchliche Bevollmächtigung. Diese erfolgt durch die sogenannte Vokation, also die Berufung in ein Amt. Die christliche Botschaft soll in ihrer biblischen Begründung, in ihrer geschichtlichen Entfaltung und in ihrer gegenwärtigen Lebenswirklichkeit jungen Menschen im Religionsunterricht der Schulen begegnen – in der Hoffnung, dass die Botschaft ihnen bei der Suche nach Orientierung, nach Sinn und Halt für das Leben hilft.
Die Kirche verpflichtet sich aber auch, die Lehrerinnen und Lehrer in theologischer, pädagogischer und persönlicher Hinsicht zu beraten. Sie wirkt mit an ihrer Fortbildung und bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln für den evangelischen Religionsunterricht. Dies ist der Auftrag der 21 Schulreferate in unserer Landeskirche.
Eine Brücke schlagen
Wie sieht die Praxis aus? Im Jahre 2006 unterrichteten 412 Lehrerinnen und Lehrer an den 97 Schulen in unserem Kirchenkreis 18.667 Schülerinnen und Schüler in 1.621 Wochenstunden in Evangelischer Religionslehre. Darüber hinaus unterrichten zurzeit 21 Pfarrerinnen und Pfarrer, Gemeindereferenten und theologische Mitarbeiter haupt- und nebenamtlich an den öffentlichen Schulen.
Während der Unterricht an den Berufskollegs im Wesentlichen durch hauptamtliche Pfarrerinnen und Pfarrer erteilt wird, zeichnet sich in der letzten Zeit der Trend ab, dass Pfarrer und Gemeindereferenten mit einer maximalen Stundenzahl von sechs Stunden neben ihrem Auftrag in ihrer Gemeinde in einer allgemeinbildenden Schule unterrichten. In vielen Landeskirchen ist es für alle Pfarrstelleninhaber normal, neben ihrem Gemeindedienst auch in einer Schule zu unterrichten und so die Brücke zu schlagen von der Gemeinde hin zur Jugend. In einigen Gemeinden des Kirchenkreises entstand durch diesen Brückenschlag ein Team von Jugendgottesdienstmitarbeitern.
Neben diesem Unterricht an der Schule werden durch Beauftragte der Gemeinden sogenannte Kontaktstunden an Grundschulen erteilt und regelmäßig Schulgottesdienste gefeiert. Kinderbibeltage und Projekttage werden in Zusammenarbeit mit den Schulen durchgeführt, und einige Gemeinden verantworten die Nachmittagsbetreuung an offenen Ganztagsgrundschulen.
Das Konzept einer Schulseelsorge ist im Aufbau. Sollte sich abzeichnen, dass die Schulen künftig hauptsächlich im Ganztagsbetrieb laufen, so ist ein Kontakt zu den Jugendlichen über die Institution Schule zu suchen.

- Schulgottesdienst in der Evangelischen Kirche Derschlag. Foto: Siegfried Frank
Unterrichtende finden und fördern
In dieser Situation engagiert sich das Schulreferat in der Ausbildung der Vikare, die durch ein Schulvikariat ihre ersten pädagogischen Schritte unternehmen, und in der fachlichen Verantwortung für die kirchlichen Lehrkräfte. Das Schulreferat macht Angebote für religionspädagogische Fortbildungen. Im Jahr 2006 gab es 25 Veranstaltungen mit über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Um dem Mangel an Religionslehrern entgegenzuwirken, gibt es ein Angebot für religionspädagogische Weiterbildungen. Durch Zertifikats- und Neigungsfachkurse werden Lehrerinnen und Lehrer befähigt, das Fach Religion fachfremd zu unterrichten. Im Jahre 2006 konnten 25 Teilnehmerinnen nach 140 Stunden Kurs ihre Vokation erhalten. Dennoch liegt der Unterrichtsausfall wegen mangelnder Lehrkräfte in unserem Kirchenkreis im Durchschnitt bei etwa 20 Prozent.
Zukunft gestalten
Das Schulreferat bringt sich bei der Gestaltung und Einführung von Lehrplänen wie etwa dem Grundschullehrplan 2005 und dem Zentralabitur ein und arbeitet dabei mit der Bezirksregierung Köln zusammen. Weitere Aufgaben liegen in der Erarbeitung von religionspädagogischen Unterrichtsmaterialien und in der Mitarbeit bei der Fachseminarausbildung der Referendarinnen und Referendare.
Schulbesuche dienen dem Kontakt zwischen Schule und Kirche. Denn durch das System der selbstständigen Schulen wird immer mehr Verantwortung auch bei der Einstellungspolitik und bei der Stundenbewirtschaftung bei den Schulleiterinnen und Schulleitern liegen. Im Interesse des Religionsunterrichtes ist der „Vor-Ort-Kontakt“ deshalb dringend erforderlich.
Weiterhin engagiert sich das Schulreferat in den politischen und landeskirchlichen Gremien zum Thema Bildungsverantwortung und bei Schulprojekttagen, die eine Brücke zwischen Gemeinden und Schulen bauen sollen. Wichtig sind auch die persönliche Beratung von Unterrichtenden und die Gewinnung von Nachwuchs für den Religionsunterricht. Diese Aufgaben werden zurzeit von einem Pfarrer im Rahmen einer Stelle mit 75 Prozent Dienstumfang wahrgenommen.
In der Zukunft wird sich die Bildungsarbeit der Kirchen darauf konzentrieren müssen, die Beheimatung in der Überlieferung des eigenen Glaubens und die Dialogfähigkeit mit anderen Religionen zu fördern. In einer Zeit des beginnenden religiösen Analphabetismus, aber auch religiösen Fundamentalismus gilt es, die Dialogfähigkeit zu fördern, die gegründet ist in der Kenntnis des eigenen Glaubens.
Pfarrer Matthias Weichert, Schulreferent
Adresse
Schulreferat des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger
Auf der Brück 46
51645 Gummersbach
Tel. (0 22 61) 7009-38
Internet
www.schulreferat.info
(Informationen zu den rheinischen Schulreferaten)
Ein Heft mit aktuellen religionspädagogischen Fortbildungsangeboten können Sie anfordern unter: Schulreferat@ekagger.de






